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Rotlicht vs. Infrarotlicht: Was die Forschung über den Unterschied sagt

Red and infrared light therapy panel glowing in a calm home setting

Rot oder Infrarot? Die meisten Panels nennen beides, doch kaum jemand kann den Unterschied erklären. Hier ist, was die veröffentlichte Forschung über die beiden Wellenlängenbereiche sagt – und wo die Beweislage noch dünn ist.

Die Studien im Überblick

  • Quelle 1: Hamblin MR. „Mechanisms and applications of the anti-inflammatory effects of photobiomodulation." AIMS Biophysics, 2017;4(3):337–361 (begutachteter Übersichtsartikel).
  • Quelle 2: Giménez et al. „Effects of Near-Infrared Light on Well-Being and Health in Human Subjects with Mild Sleep-Related Complaints: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study." Biology, 2023;12(1):60.
  • Quelle 3: Batista et al. „Immediate effects of red (660 nm) and infrared (808 nm) photobiomodulation therapy on fatigue of the orbicularis oris muscle: a randomized clinical study." CoDAS, 2021;34(2):e20200363 (60 Frauen, 19–43 Jahre).

Was die Forschung zeigt

„Photobiomodulation" ist der Fachbegriff für den Einsatz von Rot- und Nahinfrarotlicht, um Zellen zu beeinflussen. Hamblins Übersichtsarbeit beschreibt als wichtigstes lichtempfindliches Ziel die Cytochrom-c-Oxidase, ein Enzym in den Mitochondrien. Es absorbiert Licht sowohl im roten Bereich (um 660 nm) als auch im Nahinfrarotbereich (etwa 810–830 nm).

Dieselbe Literatur beschreibt einen praktischen Unterschied bei der Eindringtiefe. Rotlicht gilt als besonders geeignet für oberflächliches Gewebe wie die Haut. Nahinfrarotlicht dringt tiefer ein, wobei die Eindringtiefe um 810 nm am größten sein soll. Bei längeren Wellenlängen absorbiert Wasser mehr Licht, und die Eindringtiefe nimmt wieder ab.

In Studien am Menschen wurde Nahinfrarot im Hinblick auf das Wohlbefinden untersucht. Giménez und Kollegen führten eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 850-nm-Licht bei Menschen mit leichten schlafbezogenen Beschwerden durch. Laut veröffentlichten Zusammenfassungen berichteten sie von Verbesserungen bei Stimmung, Müdigkeit und Ruheherzfrequenz bei einer Dosis von 6,5 J/cm². Das ist eine einzelne Studie in einer bestimmten Gruppe und daher kein Beweis für einen allgemeinen Effekt.

Die Ergebnisse sind nicht durchgehend positiv. Batista und Kollegen verglichen 660-nm- und 808-nm-Laserlicht in Bezug auf die Ermüdung der Lippenmuskulatur bei 60 Frauen. Sie fanden keinen signifikanten Unterschied vor und nach der Bestrahlung und schlossen, dass die getesteten Parameter keine unmittelbare Wirkung hatten. Dosis, Zeitpunkt, Zielgewebe und Gerät spielen eine Rolle, und Ergebnisse eines Aufbaus lassen sich nicht einfach auf einen anderen übertragen.

Warum es funktionieren könnte

Der vorgeschlagene Mechanismus: Von mitochondrialen Enzymen absorbierte Photonen könnten den zellulären Energiestoffwechsel und die Signalübertragung verändern. Da Rotlicht näher an der Oberfläche absorbiert wird und Nahinfrarot tiefer reicht, gelten beide oft als komplementär: Rot für die Oberfläche, Infrarot für tiefere Schichten. Das ist eine Arbeitshypothese; die Forschung verfeinert die optimalen Parameter weiterhin.

Anwendung im Alltag

Rot- und Nahinfrarotlicht wird üblicherweise in kurzen, regelmäßigen Sitzungen genutzt, oft abends oder nach dem Training. Ob eine bestimmte Routine bei dir etwas bewirkt, ist individuell. Betrachte es als Wellness-Gewohnheit und nicht als medizinische Maßnahme.

Wo Gudslip ins Spiel kommt

Das Red & Infrared Light Therapy Panel vereint beide Wellenlängenbereiche in einem Gerät, sodass du das in der Forschung diskutierte Rot- und Nahinfrarotlicht nutzen kannst. Es ist ein Wellness-Gerät. Es ist nicht dafür gedacht, Erkrankungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen, und es ist nicht belegt, dass es die Ergebnisse der oben genannten Studien reproduziert.

So wendest du es an

  • Befolge die Herstelleranweisungen zu Abstand und Sitzungsdauer.
  • Nutze saubere, unbedeckte Haut und schütze deine Augen wie angegeben.
  • Beginne mit kurzen Sitzungen und bleibe einige Wochen konsequent, bevor du urteilst.
  • Brich ab, wenn du Beschwerden bemerkst, und sprich mit einer Fachperson, wenn du unsicher bist, ob es für dich geeignet ist.

FAQ

Ist Infrarot „stärker" als Rot? Nicht direkt. Sie unterscheiden sich vor allem in der Eindringtiefe, nicht darin, stärker oder schwächer zu sein.

Brauche ich beides? Die Forschung nutzt beides, und manche Geräte kombinieren sie. Es gibt keinen belastbaren Beleg, dass eines immer besser ist.

Heißt die spürbare Wärme, dass es wirkt? Nahinfrarot kann sich leicht warm anfühlen, aber Wärme ist kein Maß für die Wirkung.

Kann es ärztliche Behandlung ersetzen? Nein. Es ist ein Wellness-Hilfsmittel und ersetzt keine professionelle Beratung.

Das Fazit

Rotlicht wirkt allgemein eher oberflächennah, Nahinfrarot tiefer. Die Mechanismusforschung ist vielversprechend, doch Studien am Menschen sind gemischt und hängen stark von Dosis und Design ab. Setze realistische Erwartungen und nutze es als einen Baustein einer gesunden Routine.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Wellness-Information und ist keine medizinische Beratung. Gudslip-Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Sprich vor Beginn einer neuen Routine mit einer medizinischen Fachperson, insbesondere bei Schwangerschaft, Vorerkrankungen oder Einnahme photosensibilisierender Medikamente.

Quellen

  1. Hamblin MR. Mechanisms and applications of the anti-inflammatory effects of photobiomodulation. AIMS Biophysics. 2017;4(3):337–361. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5523874/
  2. Giménez et al. Effects of Near-Infrared Light on Well-Being and Health in Human Subjects with Mild Sleep-Related Complaints: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study. Biology. 2023;12(1):60. https://www.mdpi.com/2079-7737/12/1/60
  3. Batista MR, Estrela LA, Alves VMN, Motta AR, Furlan RMM. Immediate effects of red (660 nm) and infrared (808 nm) photobiomodulation therapy on fatigue of the orbicularis oris muscle: a randomized clinical study. CoDAS. 2021;34(2):e20200363. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34705999/